Neue Studie: Yoga hilft gegen Stress und vermehrt Hirnsubstanz
Montag, den 24. November 2008 um 12:47 Uhr
Boston/ USA - Laut einer Meldung des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" kommt eine deutsch-amerikanische Studie zu dem Ergebnis, dass ein intensives Yoga-Übungsprogramm zu einer deutlichen Stresslinderung und zu einer signifikanten Erhöhung der grauen Substanz im Gehirn führen kann.

Der "Spiegel" beruft sich dabei auf Informationen zu einer noch nicht publizierten Studie der deutschen Psychologin Britta Hölzel und ihrer Kollegin Sara Lazar am Massachusetts General Hospital (MGH), die auch die physiologischen Auswirkung der alt-buddhistisch-hinduistischen Übungen (u. a Zazen und Vipassana), die unter Psychologen auch als "achtsamkeitsbasierte Stressreduktion" bekannt sind, auch mittels Kernspin-Aufnahmen der Probanden belegen können.

Nach acht Wochen führe das Übungsprogramm zu deutlichem Stressabbau und zu einer zunehmenden Dichte der grauen Substanz in Schlüsselbereichen des Gehirns. Durchgeführt wurde die Studie an 26 Frauen und Männern, die extrem gestresst waren, jedoch noch nie zuvor meditiert hatten.

Das Ergebnis, so die Meldung, lege nahe, (dass) die kognitive Belastbarkeit dank regenerierter und neuer Nervenzellen wieder gestiegen ist. "Ein gestresster Mensch", sagt Hölzel im Spiegel, "kann sein Gehirn durch Meditation regelrecht umtrainieren."

Somit stützen auch Hölzels Forschungsergebnisse die so genannte Neuroplastizitäts-Theorie, wonach sich Gehirn-und Nervensystemsfunktionen während des gesamten Lebens verändern können, je nach dem wie und ob man diese gezielt diesbezüglich gedanklich trainiert.

Schon zuvor konnte Sara Lazar nachweisen, dass durch Meditation die Stärke der Hirnrinde in Bereichen, die für die Aufmerksamkeit und für sensorische Prozesse zuständig sind, zunimmt - ebenso der präfrontale Cortex.

In einem anderen Experiment, ebenfalls von 2005, konnten Forscher um Bruce O’Hara von der University of Kentucky (UK) zeigen, wie sich Meditation auf die mentale Schärfe auswirkt. Im "psychomotorischen Wachsamkeitstest" sollten die Versuchspersonen immer dann eine Taste betätigen, sobald auf einem Bildschirm ein Bild angezeigt wurde. Dabei hatten die Forscher herausgefunden, dass Meditation nicht nur ein wohltuendes Gefühl und Ruhe hervorruft, sondern auch die Leistungsfähigkeit erhöht sowie die Struktur des Gehirnes verändert. Normalerweise brauchen Menschen für die geforderten Reaktion 200 bis 300 Millisekunden - übermüdete Personen wesentlich länger, wenn sie nicht sogar einzelne Impulse ganz verpassen. Die Probanden wurden einmal zu Beginn des Tests und dann 40 Minuten später erneut geprüft. Die 40 Minuten dazwischen verbrachten die Testpersonen mit unterschiedlichen Betätigungen, wie Schlaf, Meditation, Lesen oder Gesprächen. Wie sich zeigte, war die Meditation die einzige, mit der ausnahmslos eine sofortige Leistungssteigerung erreicht werden konnte, obwohl keiner der Freiwilligen je zuvor Erfahrung mit Meditation gemacht hatte.

Archiv: Meditierender Zen-Mönch | Copyright: Public Domain

 

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